Als Lampenfieber- und Präsentations-Coach zu Gast im Podcast von Karin Weigl
Sie begleitet dich auf deinem Weg zur brillanten Leaderin . Du wirst Inspiration sowie Tipps und Tricks an die Hand bekommen, die dir in deiner täglichen Führungsarbeit, bei deiner Positionierung und in deiner persönlichen Entwicklung hilfreich sein werden.
Heute geht es um Lampenfieber. Und das kann ganz furchtbar sein. Wer schon mal Lampenfieber gehabt hat, weiß, wie das ist. Es betrifft ganz viele Menschen in ihrem beruflichen Alltag, insbesondere, wenn sie präsentieren oder vor Gruppen sprechen müssen. Nur wird nach wie vor nicht sehr offen darüber gesprochen.
Und damit sich daran etwas ändert, habe ich in dieser Folge klare Worte für alle Betroffenen.
Viele Führungskräfte leiden unter Redeängsten.
Besonders bei Führungskräften gilt es als großes Tabu, offen über Redeangst oder auch nur über Unsicherheit und Nervosität beim Präsentieren zu sprechen. Viele befürchten als inkompetent wahrgenommen zu werden. Etliche halten sich selbst als ihrer Führungsrolle nicht würdig, wenn sie beim Präsentieren zittern oder ein Blackout haben.
Das es Hilfe gibt, wissen die wenigsten.
Wöchentliche Präsentationen, Konferenzen, Online-Meetings oder Reden vor der versammelten Mannschaft können sehr belastend sein, wenn der Druck perfekt sein zu müssen, überhandnimmt. Diese hohen Erwartungen an sich selbst verursachen eine immer größere Anfälligkeit für Fehler.
Es gilt, so rasch wie möglich aus diesem Teufelskreis auszusteigen. Ansonsten werden immer mehr Erfahrungen von Versagen gesammelt, die noch mehr Unsicherheit hervorrufen. Das klingt paradox, ist jedoch in Wahrheit der einzige Weg, um seine Performance zu verbessern.
Führungskräfte wollen in ihrer Vorbildrolle perfekt sein. Sie glauben, sich nicht einmal den kleinsten Versprecher leisten zu können.
Perfektionismus gilt als höchst attraktives Laster.
Ein kleiner Defekt, den man gerne zugibt, da er von Ernsthaftigkeit, Ordentlichkeit, Fleiß und Verlässlichkeit zeugt. Das Streben nach Perfektion ? also Vollkommenheit - ist ehrbar und entspricht der menschlichen Natur, sich entwickeln zu wollen. Perfektionismus ist aber etwas anderes als das Streben nach Perfektion. Perfektionisten steuern die Vollkommenheit nicht an, um sich an ihr zu erfreuen, sondern um sich unangreifbar zu machen. Perfektionismus ist ein Vermeidungsverhalten. Wer perfekt arbeitet kann nicht kritisiert werden, da er nicht den geringsten Fehler oder Mangel aufweist. Dahinter steckt jedoch die Angst, möglicherweise nicht gut genug zu sein und abgelehnt zu werden. Das Bedürfnis nach Sicherheit im Beruf, in der Partnerschaft oder in der Gesellschaft schlechthin ist dabei so übermächtig, dass er sich das Mäntelchen der Unfehlbarkeit anzieht, um vor sich selbst und den anderen bestehen zu können.
Perfektionisten sind in ihrem innersten Kern unsichere Menschen, die nicht zu ihren Fehlern stehen können, da sie sich sonst als minderwertig oder unterdurchschnittlich betrachten.
Fehler machen ist menschlich. Keine Fehler machen zu dürfen ist unmenschlich. Es setzt dich unter Druck, erzeugt Unzufriedenheit und Selbstverachtung. Im schlimmsten Fall entsteht Verbitterung über die eigene Unzulänglichkeit. Es ist nicht immer möglich, Vollkommenheit zu erreichen, und Fehler passieren.
Perfektionismus untergräbt auch das Selbstvertrauen, weil du fast nie das Gefühl hast, am Ziel angekommen zu sein. Wenn etwas gut ist, kann es immer noch besser gemacht werden. Du wirst damit nie fertig sein.
Viele Perfektionisten kommen deshalb in ihrem Leben nicht voran, weil sie viel zu lange brauchen bis eine Sache ihrer Meinung nach vollkommen und somit würdig ist, sie herzuzeigen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie verlieren wertvolle Zeit, in der sie von den vielen Unperfekten dafür aber Mutigen überholt werden.
Lieber unperfekt starten als perfekt zu warten.
Der innere Druck, etwas Besonderes leisten zu müssen, nimmt die Leichtigkeit und Freude am Tun. Die Angst vor Kritik und Zurückweisung belastet das Gemüt und senkt die Stimmung.
So sehr es auch verpönt ist, wir lernen aus unseren Fehlern. Wenn wir klug sind! Thomas Alva Edison hat 10.001 Versuche benötigt, um die Glühbirne zu erfinden. Ein berühmtes Zitat von ihm lautet: ?Ich bin nicht 10.001 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.001 Varianten entdeckt, die nicht funktionierten.?
Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer.
In unserer leistungsorientierten Gesellschaft gelten Fehler machen und Scheitern noch immer als Versagen auf ganzer Linie, das mit Verachtung bestraft wird. Wir schämen uns dafür, statt darüber zu lachen. Dazu brauchen wir die Clowns, über deren Tollpatschigkeit wir uns amüsieren. Je mehr sie scheitern, stolpern oder ins Fettnäpfchen treten, desto lauter lachen wir. Denn mit ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten haben wir ja nichts zu tun, oder? ? In Wirklichkeit versöhnt uns das Lachen und die Schadenfreude mit unserer eigenen Mangelhaftigkeit. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Nur wenn andere über uns lachen, können wir es kaum ertragen und fühlen uns beschämt und erniedrigt. Vielleicht gelingt es dir beim nächsten Mal über deinen Fehler zu lachen, anstatt dich darüber zu ärgern. Du gewinnst damit wesentlich mehr Lebensqualität.
Perfektionisten haben hohe Ideale und wollen viel erreichen. Sie setzen sich ein hohes SOLL, das sie wachsen und reifen lässt. Doch oft wird aus dem eigenen gewählten Sollen ein aufgezwungenes Müssen. Das macht unfrei, unflexibel, halsstarrig und besserwisserisch. Und es nimmt jede Entwicklungsmöglichkeit. Was kann denn noch entwickelt werden, wenn ein Mensch doch schon perfekt ist? Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen ist der Perfektionist darauf bedacht, sich nur ja keine Blöße zu geben. Spontanität fällt der Starre zum Opfer. Er ist über die Maßen um seinen guten Ruf besorgt.
Doch erst wer lernt, den inneren Perfektionisten im Zaum zu halten, findet zu Freiheit und Lebendigkeit beim Präsentieren und Public Speaking.
Hier geht?s zum Podcast:
https://www.die-brillante-leaderin.com/podcastdbl035/
Du erhältst Tipps und hilfreiche Anregungen, wie du Redeangst besiegen und körperliche Symptome wie du Schwitzen, Herzrasen oder Zittern in den Griff bekommst, damit du eine Top-Performance erbringen und dabei sogar Wohlgefühl, Sicherheit und sogar Freude erleben kannst.
Viel Spaß beim Hören
Maria Staribacher
