Blackout ? Der Supergau eines jeden Redners
Andreas hält eine Präsentation vor wichtigen Kunden. Er will den Auftrag unbedingt bekommen, denn es geht um viel Geld. Er ist bestens vorbereitet, hat seine Rede oft geübt. Die PowerPoint-Folien sind perfekt gestaltet. Er beginnt den nächsten Satz. Und dann passiert es plötzlich. Er weiß nicht mehr weiter. Hitze durchflutet ihn. Sein Kopf läuft rot an. Trotz aller Bemühungen, den roten Faden wieder zu finden, fällt ihm nichts mehr ein. Totale Leere im Gehirn. Eine gefühlte Ewigkeit bleibt er vor seinen Zuhörern wie erstarrt stehen. Dann verlässt er gesenkten Hauptes den Raum.
Dieses Erlebnis hat sich wie ein Schock in ihm eingebrannt. Er schämt sich zutiefst und vermeidet jegliche weiteren Präsentationen so gut er kann.
Immer wieder berichten Kunden von ähnlichen Erlebnissen, wenn sie bei Maria Staribacher Hilfe suchen. Nicht alle müssen die Präsentationen abbrechen, doch belastend sind diese Aussetzer allemal. Auch wenn sie nach einiger Zeit wieder weitersprechen können, sind sie dadurch enorm verunsichert, weiß die Expertin für das Lösen von Lampenfieber, Auftritts- und Redeängsten.
Gähnende Leere im Gehirn
Kaum jemand ist auf ein Blackout vorbereitet. Die wenigsten wissen, wie sie damit umgehen sollen, wenn plötzlich gähnende Leere im Gehirn ist, statt des vorbereiteten Textes. Die meisten schämen sich dafür, weil sie scheinbar die Kontrolle über ihre geistigen Fähigkeiten und damit einhergehend auch über ihren Körper verloren haben.
Ursachen, die Blackout auslösen
Die Gründe für Denk- und Sprechblockaden sind vielfältig. Meist ist es eine Mischung aus den hier angeführten Ursachen. Allein das Verständnis für die Vorgänge im menschlichen Gehirn mildert schon die Angst vor Kontrollverlust.
Stress blockiert das Denkvermögen
Beide Hälften des Gehirns haben unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Die linke Gehirnhälfte wird oft mit logischem und rationalem Denken in Verbindung gebracht, während die rechte Gehirnhälfte eher intuitiv und emotional ist.
Stress hemmt die Zusammenarbeit von rechter und linker Gehirnhälfte. Es fällt schwer, für die Bilder im Kopf die richtigen Worte zu finden. Jeder kennt die Situation, das Bild eines Menschen vor sich zu haben, der Name will einem aber einfach nicht einfallen. Je angestrengter wir nachdenken, desto weniger sind unserer Bemühungen von Erfolg gekrönt.
Belastende Gefühle wie Angst, Ärger oder Scham lösen im Gehirn Stress aus und engen das Denkvermögen ein. Die Angst zu versagen oder nicht gut genug zu sein, steht hier an erster Stelle. Selbstkritik und Ärger über Fehler, die passiert sind, verstärken die Blockaden. Und das nächste Blackout ist damit schon vorprogrammiert. Der Teufelskreis hat sich geschlossen.
Angst vor Bewertung
?Was werden wohl die anderen über mich denken??, geistert vielen Rednern durch den Kopf. Die Angst vor Bewertung löst enormen Stress aus. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol überfluten den Körper, beschleunigen die Atmung und ziehen das Blut aus dem Denkareal. Denn bei Gefahr ist nicht logisches Denken gefragt. Es würde viel zu lange dauern, zu überlegen, was die beste Vorgangsweise wäre. Vielmehr muss intuitiv blitzschnell entschieden werden, wie man am besten aus der Gefahrenlage herauskommt. Das übernimmt dann unser Reptiliengehirn.
Gedanken schweifen ab
Oft ist das Gehirn auch mit etwas anderem abgelenkt. Die Gedanken driften in die Vergangenheit ab. ?Ich habe einen Punkt vergessen und das erste Thema habe ich auch nicht gut erklärt.? Und schon ist der rote Faden weg.
Oder wir denken an die Zukunft: ?Ich darf nicht vergessen, mich am Schluss bei Herrn XY zu bedanken.? Und wieder ist das Gehirn mit etwas anderen als mit dem Vortragsthema beschäftigt.
Anstatt im Hier und Jetzt präsent zu sein, verlieren sich die Gedanken im unnützen Geplapper des Gehirns.
Mangelnde Konzentrationsfähigkeit
Jeder hat unterschiedliche Zeitspannen, während denen er sich gut auf eine Sache konzentrieren kann. Leider ist zu beobachten, dass die Konzentrationsfähigkeit allgemein sinkt, bedingt durch Reizüberflutung, ausgelöst von häufigen Medien-Konsum und raschem Bildwechsel. Ermüdungserscheinungen können schon nach ein paar Minuten auftreten oder eben erst nach ein paar Stunden. Das gilt gleichermaßen für Vortragende und Zuhörer.
Perfektionismusfalle
Der überzogene Anspruch, perfekt sein zu müssen und sich keine Fehler, nicht einmal den kleinsten Versprecher, erlauben zu dürfen, erzeugt einen großen Leistungsdruck, der wiederum zu Be- und Verklemmungen führt. Perfektionismus gilt als attraktives Laster, zeugt er doch von Ernsthaftigkeit, Ordentlichkeit, Fleiß und Verlässlichkeit. Perfektionisten streben jedoch die Vollkommenheit nicht an, um sich an ihr zu erfreuen, sondern um sich unangreifbar zu machen. Sie sind im innersten Kern unsichere Menschen, die nicht zu ihren Fehlern stehen können, da sie sich sonst als minderwertig oder unterdurchschnittlich betrachten. Sie opfern Lebendigkeit, Spontanität und innere Freiheit der Vorstellung, eine vorgegebene Rolle erfüllen zu müssen. Wer in die Perfektionismusfalle tappt wirkt steif und unnahbar und setzt sich erhöhtem Risiko für Blackout aus.
Gute Vorbereitung als Korsett
Viele Menschen halten zu stark an ihren Konzepten fest, die sie vorbereitet und einstudiert haben, sodass kein Raum für flexibles und situationsbezogenes Agieren bleibt. Jede Abweichung bringt sie in größte Bedrängnis. Jedes Wort, das ihnen nicht einfällt, löst innerlichen Katastrophenalarm aus und das Gefühl, nicht mehr weitersprechen zu können.
Gefühlte Ewigkeit
Die Subjektive Dauer eines Blackouts ist eine gefühlte Ewigkeit, dauert in Wirklichkeit nur ein paar Sekunden. Das Publikum bekommt das gar nicht mit, es sei denn, man windet sich vor Scham und Peinlichkeit. Erst dann fällt auf, dass etwas Unvorhergesehenes passiert ist. Im Regelfall sind die Zuhörer sogar über eine kleine Pause froh, in der sie die erhaltenen Informationen verarbeiten können.
Vor einem Blackout ist niemand gefeit. Selbst den routiniertesten Rednern passiert es, dass sie den roten Faden verlieren, ein Wort nicht finden oder sogar einen wichtigen Punkt vergessen. Das ist gar nicht weiter schlimm, denn das Publikum weiß sowieso nicht, was der Vortragende sagen wollte. Darum rät Maria Staribacher, einem Blackout keine große Bedeutung beizumessen.
Umgang mit Blackout
Für den Fall, dass Sie doch in die Verlegenheit kommen, nicht mehr weiter zu wissen, brauchen Sie einfach einen Plan B. Weiß das Gehirn, wie es bei einem Blackout reagieren soll, ist es beruhigt und hört auf, Sie mit Katastrophengedanken zu bombardieren.
Am besten nimmt man es mit Humor. Die souverän gestellte Frage ?Wissen Sie vielleicht, wo ich gerade stehen geblieben bin?? wird meistens mit einem Schmunzeln quittiert und bringt Ihnen Sympathiepunkte. Humor löst außerdem Druck und Angst.
Das Wichtigste jedoch ist, dass Sie Zeit gewinnen, um durchzuatmen und sich wieder zu sammeln. Bleiben Sie in der positiven Gewissheit, dass Ihnen irgendetwas einfallen wird. Bleiben Sie souverän und gelassen und halten Sie die Spannung aufrecht.
Manchmal hilft es, ein paar Schritte zu gehen, um das Denken anzuregen.
Wissen Sie gar nicht mehr, was Sie sagen wollten, reden Sie etwas anderes, bis Ihnen wieder einfällt, wo Sie aufgehört haben. Das Ziel ist, dass Sie im Text weiterkommen und nicht wie Andreas die Rede abbrechen müssen. Zwei, drei Sätze genügen. Sie können beispielsweise eine Frage ans Publikum richten, einen anderen Punkt vorziehen oder einfach wiederholen, was Sie bisher gesagt haben.
Und wie schon erwähnt: verzichten Sie darauf, sich für ein Blackout zu schämen oder sich darüber zu ärgern.
Ab und zu passiert es Andreas noch, dass er nicht mehr weiterweiß. Den Raum verlassen musste er nie mehr. Er hat gelernt, mit seinem Blackout konstruktiv umzugehen, anstatt sich von ihm gänzlich ausknocken zu lassen.
Eine Dame gratulierte ihm zu seinem großartigen Vortrag. ?Es war so spannend. Speziell die eine Stelle, an der Sie mitten im Satz eine ganz lange Pause gemacht haben. Kein Mensch hat gewusst, was danach kommt.? Seine Antwort: ?Sehen Sie, ich auch nicht.?
Mit dieser Geschichte bringt Maria Staribacher ihre Kunden zum Lachen und hilft ihnen den Supergau eines jeden Redners, das Blackout, heil zu überstehen.
Mehr Tipps zum Thema Blackout gibt es im neuen Workshop:
Jetzt anmelden: www.schluss-mit-lampenfieber.com/workshop
Maria Staribacher
Power ? Life ? Stage. Es geht immer! Alles.
#mariastaribacher #lampenfieber #lampenfiebercoaching #redeangst #präsentieren #speaker #speaking #bühne #kamerascheu #auftrittsangst #hermannscherer #redner #publicspeaking #präsentationsangst #speaker #lampenfiebercoaching